1910 verwirklichte der Regisseur Max Reinhardt (1873–1943) erstmals in Berlin sein innovatives und europaweit aufsehenerregendes Konzept der Masseninszenierung mit der Aufführung der antiken Tragödie „König Ödipus” von Sophokles in der Bearbeitung von Hugo von Hofmannsthal (1874–1929): Er ließ sie in der Arena des Zirkus Schumann spielen. Damit näherte er sich dem ursprünglichen Amphitheater als Spielstätte an.

Auch Käthe Kollwitz war Augen- und Ohrenzeugin der Premiere und danach geradezu berauscht von der Wirkung, wie sie im Tagebuch schrieb. Reinhardt erprobte hier etwas auf der Bühne, was die Künstlerin schon seit ihrem Zyklus Bauernkrieg als Bildmotiv interessierte: Die Inszenierung von Menschenmassen.

Betrachtet man die späteren Werke von Kollwitz zu Müttern im Kriegs-Kontext – und vergleicht sie mit Reinhardts Choreografie von Volk und Chor als Gegenüber von „König Ödipus”, wird erkennbar, dass sie von dieser Aufführung offenbar für ihre eigene Arbeit inspiriert worden ist.

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