67

Emil Orlik
Ansturm des Volkes auf den Palast aus „König Ödipus“
1910
(Inszenierung von Max Reinhardt im Zirkus Schumann Berlin, 1910)

Kreidelithografie in Schwarz

Stiftung Stadtmuseum Berlin

Emil Orlik (1870–1932) begleitete die Proben für die Aufführung von „König Ödipus“ im Zirkus Schumann und hielt besonders eindrucksvolle Momente der Inszenierung in Skizzen fest. Diese setzte er anschließend in Lithografien um.
Ihn interessierte vor allem das Gegenüber von einem Herrscher mit der Masse des aufgeregten Volkes: Das von der Pest geplagte Volk fleht seinen König Ödipus um Hilfe an. Durch die Aussonderung eines Protagonisten aus der Menge hatte sich in der Antike historisch die dialogische Struktur des Dramas entwickelt.

66

Emil Orlik
Chor der Ältesten aus „König Ödipus“
1910
(Inszenierung von Max Reinhardt im Zirkus Schumann Berlin, 1910)

Kreidelithografie in Schwarz

Stiftung Stadtmuseum Berlin

Der „Chor“ des antiken Dramas nimmt eine Mittelstellung zwischen den handelnden Hauptpersonen und dem Volk ein. Er vertritt den Durchschnittsmenschen und fungiert als Stellvertreter des Volkes, dessen Anliegen er gegenüber dem Protagonisten zur Sprache bringt. Zugleich kommentiert der Chor die wichtigsten Stationen des Geschehens.

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Ernst Stern
Zeichnerische Notiz während der Proben zu Aischylos‘ Orestie
im Zirkus Schumann/Großes Schauspielhaus 1911/1919 unter der Regie von Max Reinhardt
o.J.

Mischtechnik

Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität Köln