Milly Steger

(Rheinberg 1881 – 1948 Berlin)

Steger studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule in Eberfeld und erhielt später Privatunterricht bei dem Bildhauer Karl Janssen aus Düsseldorf. Ab 1910 lebte sie in Hagen, wo sie monumentale Bauplastiken schuf. Ergänzt wurde ihr Werk durch freie Arbeiten, die häufig tänzerische Bewegungselemente aufnahmen. Seit 1928 unterrichte Steger an der Unterrichtsanstalt des Vereins Berliner Künstlerinnen.

Paul Scheurich

(New York 1883 – 1945 Brandenburg/Havel)

Scheurich kam als Kind nach Berlin und erhielt dort eine kurze akademische Ausbildung. Erste Modelle für Porzellanplastiken entstanden um 1910 für die Schwarzburger Werkstätten. Mit Figuren in reduzierten Formen führte er die Porzellanplastik an die Moderne. Seine Arbeiten wurden in den Manufakturen von Berlin und Meissen aufgelegt. Scheurich war auch Zeichner und Grafiker tätig.

Paul Poiret

(Paris 1879 – 1944 Paris)

Poiret war einer der bekanntesten Modeschöpfer des Art Deco. Nach seiner Lehre in mehreren Pariser Modehäusern machte er sich mit einem exklusiven Salon 1903 selbständig. Die Auftritte der Ballets Russes in Paris regten ihn zu eigenen fernöstlich anmutenden Kreationen an.

Ernst Oppler

(Hannover 1867-1929 Berlin)

Nach einem Kunststudium an der Münchner Akademie hatte Oppler früh Erfolg mit Arbeiten im Stil der Münchner Schule, wurde aber bald auch Mitglied der Münchner und Berliner Secession. Bei einem mehrjährigen London-Aufenthalt beschäftigte er sich intensiv mit der Radiertechnik und entwickelte ab 1900 einen impressionistischen Malstil. Nach seinem Umzug nach Berlin 1904 setzte er sich intensiv mit dem Motiv Tanz auseinander, wobei vor allem seine technisch anspruchsvollen Radierungen Aufmerksamkeit erregten.

August Macke

(Meschede 1887 – 1914 Champagne)

Macke begann 1904 ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, begleitet von zahlreichen Studienreisen. Zeitweilig arbeitete er im Studienatelier von Lovis Corinth in Berlin. 1910 entwickelte sich eine Freundschaft zu Franz Marc, später zu Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und Alexej Jawlensky, Macke beteiligte sich an der Künstlervereinigung „Blauer Reiter“ in München und prägte den rheinischen Expressionismus. Macke fiel zu Beginn des Ersten Weltkriegs.

Josef Lorenzl

(Wien 1892 – 1950 Wien)

Lorenzl arbeitete zunächst als Bildgießer in einer Werkstatt für Bronzeguss und schuf später als Bildhauer und Keramiker tänzerisch bewegte Figuren im Stil des Art Deco. Die für die Wiener Manufaktur Goldscheider geschaffene Plastik „Gefangener Vogel“ nach einer Tanzfigur von Niddy Impekoven wurde sein berühmtestes Werk.

Erwin Lang

(Wien 1886 – 1962 Wien)

Ab 1903 besuchte Lang die Wiener Kunstgewerbeschule, bereits 1906 war er erstmals als Bühnenbildner in Wien tätig, später folgten weitere Arbeiten für Max Reinhardt in Berlin. Lang war Mitglied der Künstlergruppe Hagenbund und für seine Holzschnitte bekannt, von denen einige Zyklen seine erste Ehefrau Grete Wiesenthal zum Motiv hatten.

Georg Kolbe

(Waldheim 1877 – 1947 Berlin)

Kolbe studierte zunächst Malerei in Dresden, München und Paris und wandte sich um 1900 in Rom der Bildhauerei zu. 1904 kam er nach Berlin, wo er mit der Figur „Tänzerin“ 1912 seinen Durchbruch erlebte. Kolbe prägte mit verhalten bewegten Aktfiguren die „Ausdrucksplastik“ der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und avancierte bald zu einem der erfolgreichsten deutschen Bildhauer. In der NS-Zeit waren seine Werke akzeptiert, obwohl er nicht zu den Favoriten des Regimes gehörte.

Ludwig Kainer

(München 1885 – 1967 Paris)

Kainer hatte zunächst begonnen, Medizin zu studieren, wandte sich aber während eines Paris-Aufenthalts der bildenden Kunst. Hier knüpfte er 1909 auch Kontakt zu den Ballets Russes, woraus sich eine künstlerische Zusammenarbeit ergab. Kainer schuf temperamentvolle Darstellungen der Ballett-Truppe mit ihren fantasievollen Kostümen. Ab 1910 lebte er in Berlin und betätigte sich als Gebrauchsgrafiker und Illustrator, später arbeitete er beim Film und betätigte sich als Kostümbildner und Bühnenausstatter. 1933 emigrierte Kainer zunächst in die Schweiz, später nach Paris.

Hugo Lederer

(Znaim 1871 – 1940 Berlin)

Nach einer kunstgewerblichen Ausbildung arbeitete Lederer seit 1893 in Berlin. Zu seinen schönlinigen, vom Jugendstil geprägten Figuren kamen ab 1900 stilisierte Monumentalplastiken, die ihn zu einem der meistbeschäftigten Auftragsbildhauer des Kaiserreichs machten. Er verehrte die Tänzerin Anna Pawlowa sehr und schuf etliche Darstellungen von ihr, von der die Plastik mit dem fütternden Reh am beliebtesten war.