König Ödipus

bearb. v. Hugo von Hofmannsthal, 1910

In Sophokles’ Drama herrscht König Ödipus über Theben. Als die Stadt von einer Seuche bedroht wird, sucht er verzweifelt nach dem Schuldigen. Auf der Suche deckt er ein schreckliches Geheimnis auf: Er selbst hat seinen Vater getötet und unwissentlich seine Mutter geheiratet. Die Tragödie zeigt, wie menschliches Streben nach Wahrheit und Kontrolle auf unentrinnbares Schicksal trifft.

Die Orestie

bearb. von Karl Gustav Vollmoeller, 1905

In Aischylos’ „Orestie“ spielt sich ein finsteres Familiendrama ab: König Agamemnon kehrt siegreich aus Troja zurück – doch seine Frau Klytaimnestra ermordet ihn aus Rache für die Opferung ihrer Tochter. Ihr Sohn Orest bringt wiederum seine Mutter zur Strecke, getrieben von Pflicht und Schuld. Das Stück gipfelt in einem Gericht der Götter, das Vergeltung durch Recht ersetzt, und markiert den Übergang von blutiger Rache zu zivilisierter Justiz.

Jedermann

Das Stück ist ein modernes Mysterienspiel über das Sterben eines reichen, egoistischen Mannes. Der reiche Jedermann führt ein frevelhaftes Leben und wird unerwartet vom Tod vor Gottes Gericht geladen. In seiner Todesstunde verlassen ihn Geliebte, Freunde und Verwandte und er erkennt, dass alle materiellen Güter vergänglich sind. In letzter Minute findet er zum Glauben, bereut seine Sünden und wird durch die Gnade Gottes gerettet.