Raschen Fluges, mit einem bei Reinhardt ja gewohnten phantasievoll- stimmungsmäßigen Arrangement der Massenszenen zog das Schauspiel auf dem Deutschen Theater vorüber. Der erste Auftritt führt den großen Revolutionsmann vor, wie er im Kreise seiner an dem Spieltisch versammelten Freunde, des Politisierens müde, von einem leichten Dämchen ihre Abenteuer sich erzählen last. Eine Verdunkelung der Bühne — und unter gellendem Geschrei verwandelt sich das Bild leichtherzigen Genusses in ein Gemälde der furchtbar nahen Not des Volkes. […]

Ein in den Schwarm hineingeratener Aristokrat soll zur Strafe für seine heilen Kleider an der Laterne baumeln und entwischt dem Tode nur im letzten Augenblick. Was nützen Euch, so ruft ein Straßenagitator, die abgehackten Aristokratenköpfe, wenn Euere Röcke voller Löcher, Euere Mägen leer und hungrig bleiben. Mut und Verzweiflung mischt sich mit aufgeregtem Lachen und dem Tanz der Karmagnole. […]

Am Schlusse wurde Reinhardt stürmisch gerufen.

 

Conrad Schmidt: Unterhaltungsblatt des Vorwärts, 17.12.1916

 


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