»Ida Gerhardi – Und alles tanzte«
30. August bis 1. November 2026
Eröffnung: Samstag, 29. August 2026, 17 Uhr
Mit der Sonderausstellung „Ida Gerhardi – Und alles tanzte“ rückt das Berliner Käthe-Kollwitz-Museum eine außergewöhnliche Künstlerin der Moderne in den Fokus, deren Bedeutung lange unterschätzt wurde. Rund 40 Gemälde und Zeichnungen aus Gerhardis Pariser Jahren um 1905 zeigen eine Malerin, die sich selbstbewusst in der pulsierenden Metropole bewegte und als eine der ersten Künstlerinnen das Pariser Nachtleben und die Welt des Tanzes zum Thema machte.
Seit 1891 in Paris lebend, etablierte sich Ida Gerhardi (1862–1927) als Porträtistin und hervorragend vernetzte Akteurin der internationalen Kunstszene. Ihre expressiven Tanz- und Cafészenen sowie eindringlichen Selbstbildnisse zeugen von einem eigenständigen künstlerischen Blick. Dass sie allein durch Paris flanierte und Tanzlokale besuchte, war für eine Frau um 1900 höchst ungewöhnlich – und machte sie auch in der Wahl ihrer Motive zur Pionierin.
Auch die Freundschaft zwischen Ida Gerhardi und Käthe Kollwitz wird thematisiert. Während ihres zweimonatigen Paris-Aufenthalts im Jahre 1904 begleitete Kollwitz mit dem Kunsthändler Wilhelm Uhde (1874-1947) Gerhardi auf ihren Streifzügen durch die Kneipen und Tanzlokale der Stadt. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine enge, über Jahre gepflegte Freundschaft, die auch im gemeinsamen Interesse am Selbstbildnis ihren Ausdruck fand.
Nach mehreren pandemiebedingten Verschiebungen wird die lange geplante Ausstellung nun realisiert. Sie ist zugleich die erste Berliner Präsentation des Werks Ida Gerhardis seit 25 Jahren. Es erscheint ein Begleitheft.

