Kunst- und Architekturbegegnungen in der Kulturhauptstadt Europas 2025

Am 19. und 20. Juli 2025 unternahm der Freundeskreis des Käthe-Kollwitz-Museums eine zweitägige Kunstreise nach Chemnitz, der Kulturhauptstadt Europas 2025. Die Reise verband Museumsbesuche, Stadt- und Architekturführungen mit gemeinsamen Gesprächen und bot vielfältige Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte der Region. Zwei Sommertage lang stand vor allem das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt.

 

Anreise und Stadterkundung

Am Samstagmorgen startete unsere Reise früh am Berliner Hauptbahnhof. Nach einer angenehmen Bahnfahrt erreichten wir gegen 11 Uhr Chemnitz. Gemeinsam ging es mit der Straßenbahn zum zentral gelegenen B&B Hotel Chemnitz, wo wir unser Gepäck deponierten – der perfekte Ausgangspunkt für ein dichtes Kulturprogramm, denn sowohl Innenstadt als auch Museum Gunzenhauser lagen in unmittelbarer Nähe. Die Gruppe wurde von Jörg Ivandic engagiert und kenntnisreich durch die beiden Tage geführt.

Nach individuellen Mittagessen in der Gegend des Marktplatzes fand das erste Highlight statt: ein geführter Spaziergang durch die Chemnitzer Innenstadt. Dabei eröffnete sich ein spannender Blick auf die Geschichte und den Wandel der Stadt – von industriellem Aufstieg Ende des 19. Jahrhunderts, den Zerstörungen des 2. Weltkriegs und dem Wiederaufbau zur sozialistischen Karl-Marx-Stadt bis hin zu ihrem heutigen Selbstverständnis als Kulturstadt. Nach einer kurzen Pause war der Nachmittag ganz der Kunst gewidmet.

Kunst der Neuen Sachlichkeit im Museum Gunzenhauser

Um 16 Uhr erwartete die Gruppe eine fachkundige Führung durch die Ausstellung „European Realities“ im Museum Gunzenhauser. Die Präsentation widmete sich den internationalen Ausprägungen der neusachlichen Kunst in den 1920er- und 1930er-Jahren und eröffnete differenzierte Perspektiven auf die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche dieser Zeit. Der Abend klang bei einem gemeinsamen Essen in entspannter Atmosphäre aus.

 

Villa Esche und Karl Schmidt-Rottluff Haus

Nach dem Frühstück und dem Check-out führte uns der zweite Reisetag zunächst zur Villa Esche, einem von Henry van de Velde entworfenen Gesamtkunstwerk. Bei der Führung durch Haus und Park wurde deutlich, wie visionär Architektur, Außenraum und Innengestaltung hier zusammenspielen.

Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir das neu eröffnete Karl Schmidt-Rottluff Haus im Chemnitzer Stadtteil Rottluff. In kleinen Gruppen wurde dieser besondere Künstlerort erkundet, in dem die Familie des Mitbegründers der „Brücke“ einst gelebt hatte.

Schloßberg und Stadtbild

Nach dem gemeinsamen Mittagessen am Fuß des Schlossbergs erkundete die Gruppe die ehemalige Benediktinerklosteranlage mit der spätgotischen Schloßkirche. Auf dem Weg zum Bahnhof durchfuhren wir noch das wunderbar erhaltene Stadtviertel Kaßberg mit seinen Gründerzeitvillen, Jugendstilhäusern und ersten Gebäuden aus der Zeit des Neuen Bauens.

Rückblick

Nach zwei hochsommerlichen Tagen voller neuer Eindrücke erreichten wir Berlin am frühen Abend.

Die Reise nach Chemnitz bot vielfältige kunsthistorische Impulse und vertiefte Einblicke in eine Stadt im Wandel. Die Museumsbesuche, Architekturführungen und Stadterkundungen machte Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas in besonderer Weise erfahrbar. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Teilnehmenden sowie unserem Stadtführer Jörg Ivandic, der diese Reise mit seinen Informationen ungemein bereichert hat.